Erstes Highlight der Reise waren der Nationalpark - und UNESCO-Weltnaturerbe - Niokolo-Koba. Dieses Naturschutzgebiet ist mit über 9.100 km2 rund halb so groß wie der größte afrikanische Nationalpark - Serengeti. Große Teile des extrem wildreichen Parks sind zum Schutz der Tiere für die Öffentlichkeit gesperrt und das Wilderer-Problem wurde durch ein eigenes Nationalpark-Militär beseitigt.
Wir übernachteten in der einzigen im Inneren des Niokolo-Parks vorhandenen Lodge, eine weiträumige, aus den Fünfzigerjahren stammende Anlage von morbidem Flair, traumhaft im Urwald direkt über dem Gambia-Fluß gelegen.
Seit Mitte 2017 wird das Ganze unter dem neuen französisch-malischen Besitzerehepaar renoviert. Die Zahl neuer Rundhütten-Bungalows erhöht sich laufend und zügig – wenn nicht gerade Löwen die Arbeiter erschrecken, wie am Tag vor unserer Ankunft.
Wir sahen nur Antilopen, Gazellen, Affen, Büffel und Krokodile, bei einer faszinierenden Pirogen-Fahrt auch zwei Nilpferd-Familien, aber keinen der rund 100 im Park lebenden Löwen. Dafür kreuzte ein Leopard, so groß, dass wir ihn erst für einen Löwen hielten, im gestreckten „Galopp“ die kleine Piste, auf der wir mit unserem Guide unterwegs waren - auf der Jagd nach einer Gazelle. All das erlebt man im Niokolo-Koba-Park übrigens mit „Expeditions-Feeling“ und ohne die in den ost- und südafrikanischen Parks üblichen Touristen-Massen.

Die Sondergenehmigung, die ich vor der Reise bei der Parkverwaltung für uns erwirkt hatte – mit unseren Motorrädern die Piste vom Parkeingang zur 30 km entfernten Lodge zu fahren – brauchten wir aber leider nicht.
Denn der Container, mit dem unsere Bikes per Seefracht nach Westafrika gebracht wurden, verspätete sich so enorm, dass der eigentlich überreichliche Sechswochenvorlauf, mit dem ich ihn in Bremen zum Verladen hatte anliefern lassen, nicht ausreichte.
Die erste Verzögerung ging noch im Hafen auf das Konto einer überraschenden Konfiszierung des Containers durch den deutschen Zoll, denn der hatte bei der Abfertigung des Behälters zwar die richtige Anzahl Motorräder, aber einige Gepäckstücke mehr als die, auf der Packliste angegebenen drei Stück pro Motorrad festgestellt. Ergebnis: Eine Woche Warten bis zur Abfahrt des nächsten möglichen Schiffes.
Für eine weiter Woche sorgte die fürs Anlanden im Hafen von Tanger zu rauhe See in der Meerenge von Gibraltar, sodass der planmäßig in Tanger vom Schiff aus Bremen abgeladene Container nicht auf das zur Weiterfahrt nach Nouakchott vorgesehene Schiff umgeladen werden konnte. Dieses fuhr nämlich nach drei Ankertagen vor dem Hafen Tanger aus Termingründen weiter.
Bis zur nächsten Auflademöglichkeit auf ein nach Nouakchott fahrendes MAERSK-Schiff ergab das nochmal eine Verzögerung von einer Woche. Dazu addierten sich dann nicht nur die rund zehntägige Fahrzeit, sondern wetter- und warteschlangenbedingt eine unklare Zahl weiterer Tage vor dem Hafen der mauretanischen Hauptstadt. So entschlossen wir uns nach Ankunft unseres Fliegers, lieber per Auto in den Senegal zu fahren als in der nicht gerade schönen mauretanischen Hauptstadt eine unklare Anzahl von Tagen mit dem Warten auf unseren Container zu verbringen.
So groß die Enttäuschung darüber erst mal war, so rasch stellte sich das Anmieten zweier Autos samt Fahrern als Fügung heraus, denn die zum Zeitpunkt unserer Reise außergewöhnlich hohen Temperaturen - über 45 Grad tagsüber - hätten das Motorradfahren extrem strapaziös, wenn nicht sogar gefährlich gemacht.

Nach dem Besuch des Niokolo-Koba-Parks fuhren wir also erstmal durch die landschaftlich traumhaften Casamanche. Nach einem Tag an den schönsten Stränden des Senegals in Cap Skirring fuhren wir von dort zurück in den Norden des Landes - durch das gegenüber dem relativ unkorrupten Senegal richtig „schwarzafrikanische“ Gambia. Dort nahmen wir die „Geschenke“ fordernden Gendarmen, Polizisten, Zöllner und Fährschiffbetreiber des kleinen Landes aber gelassen - die Coolness unserer Dakarer Chauffeure Vieux und Youssou als Vorbild.

Schließlich ließen wir die Reise nach einem Abstecher nach Nouakchott – das Schiff mit unserem Container war dort noch immer unabgeladen vor Anker - in einem schönen und liebenswert familiär geführten Hotel südlich von Dakar ausklingen – mit eine wenig Traumstrandurlaub, einer Quad-Exkursion am ehemaligen Dakar-Rallye-Ziel Lac Rose, einem Ausflug in die senegalesische Hauptstadt und zur „Sklaveninsel“ Goré, einem Besuch des leicht „verruchten“ Nachtlebens der Petit Cote und einem Ausflug in das Natur-Reservat von Bandia – sehenswert wegen seiner malerischen Baobab-Wälder, Giraffen, Nashörner, Zebras, Straussen, Krokodile usw.

 Zur nächsten Mauretanien-, Senegal- oder Mali-Reise – sh. NEWS und WESTAFRIKA - werde ich die Motorräder wieder wie auf allen bisherigen WÜSTENFAHRER-Reisen dorthin mit einem unserer Trucks bringen, denn das ist trotz vieler tausend Overland-Kilometer im Verhältnis zum See-Transport eine sichere Sache.

Partner

logotoura

quovadis logo

Parken und Fliegen.de

 

Kontakt / Telefon

WÜSTENFAHRER REISEN
THOMAS TROSSMANN

Diessener Straße 36 D
86935 Rott / Lech

Telefon/fax 08869 / 912622
Mobil 0151/ 58549686
eMail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Go to top