Nur acht Enduristen starteten zu unserer „Algerien-Ersatz-Reise“. Ein neunter trat kurz vor Reisebeginn zurück, weil er den Anfang Februar für Tunesien noch erforderlichen PCR-Test fürchtete. Der wurde dann aber weder am Hafen, noch am Flughafen kontrolliert. Das Impf-Zertifikat genügte.

Bei der Rückreise im März waren dann bereits alle Covid19-Vorschriften entfallen. Einer von uns wurde beim am Vorflugtag sicherheitshalber durchgeführten Schnell-Test positiv getestet, durfte bei der Air France aber trotzdem heimfliegen.

Unsere 12 Fahrtage lange Reise war von fürs Enduro-Fahren perfektem Wetter - tags nicht zu heiss, nachts nicht zu kalt - ebenso geprägt wie von der traumhaften Route.

Nach einer 40 km langen Querbeet-Trainings-Tour mit Thomas Troßmann kamen selbst unsere im Dünenfahren noch Ungeübten auf der ersten Sand-Etappe - auf einer von kleinen Dünen bedeckten Spezial-Route zwischen den Oasen Douz und Ksar Ghilane - gut zurecht.

Danach gab es zwei Tage erstmal überwiegend Schotter - zum landschaftlich traumhaften Dahar-Bergland, wo wir in einem architektonisch außergewöhnlichen Hotel auf einem Berg übernachteten.

Da wir die Sondergenehmigung zur Fahrt nach El Borma trotz der Beziehungen der uns betreuenden und seit über 20 Jahren mit WÜSTENFAHRER zusammenarbeitenden tunesischen Partner-Agentur nicht bekommen hatten, fuhren wir vom Dahar-Bergland auf kleinen Pisten zurück an den östlichen Rand des Sandmeeres Großer Östlicher Erg, übernachteten dort einmal in der Wüste, dann in einem Hotel in der Oase Ksar Ghilane.

Tagsdarauf hieß es dann, die erste große Dünenkette in Richtung „Verlorener See“ in Angriff zu nehmen. Anfangs machte sich unser bisher souverän pilotiertes „Dickschiff“ Yamaha Ténéré 700 noch ganz gut, dann hatte ihr Fahrer immer größere Probleme, war froh, dass ihm seine Mitreisenden beim gelegentlichen Aufheben der rund 210 kg halfen.

Auch Thomas Troßmann durfte deswegen die T 700 durch die Dünen fahren, dachte eigentlich, dass für ihn - er hatte schon einigen Über-200-kg-Enduros zum  „Verlorenen See“ gefahren - die Fahrt auf der optisch so sportlich und leicht erscheinenden Ténéré kein Problem sein sollte. Doch sobald die Yamaha zwischen den verschachtelten Dünen enge Kurven fahren musste, machte sich eine unerwartete und bisher nicht aufgefallene Kopflastigkeit bemerkbar. Es war als würde jemand am Lenker ziehen.

Deshalb durfte die Yamaha im Cafe am Dünenbrunnen von Elmida auf unsere Rückkehr warten - natürlich nicht so lange wie der dort schon seit über zwei Wochen mit zerstörtem Zwischengetriebe stehende Truck eines deutschen Hobby-Reiseveranstalters.

Für unseren Ténéré-Piloten fügte sich zudem gut, dass ein weiterer Teilnehmer es nach dem einen oder anderen "Ableger" und Aufrichter - mit aus Letzterem resultierenden Rückenschmerzen - vorzog, seine Husqvarna 501 dem nun nicht mehr motorisierten Ténéré-700-Fahrer anzuvertrauen und selbst in einem der beiden Begleit-4x4 unserer tunesischen Partner-Agentur mitzufahren.

Der "Gastfahrer" bewegte die im Vergleich zu seiner Yamaha federleichte Huskie voller Vergnügen in den Dünen - als wäre sie so leicht wie ein Mountainbike.

Auch alle Anderen - Einer mit dem immerhin 160 kg wiegenden "Vize-Dickschiff" KTM 690 R - hielten sich gut und so erreichten wir den „Verlorenen See“ planmäßig und verbrachten einen Tag an diesem unfassbaren Ort mit Baden, Relaxen, Spazierenfahren - alles wie schon bisher bei allerbester Verköstigung durch unseren „1000-Sterne-Koch“ Habib.

Nach dem Wiederabholen der Ténéré 700  in Elmida hatte ihr "Herrchen" inzwischen auf der Huskie soviel Selbstvertrauen und Dünen-Routine gewonnen, dass er sein „Wüstenschiff“  ohne nennenswerte Kurvenfahrt direkt hinter Thomas Troßmann aus dem Erg hinausfuhr - die Dünen in Falllinie hoch und runter, sturzfrei und zügig. Chapeau!

Nach sieben Tagen Wüsten-Camping seit der Hotelübernachtung in der Oase Ksar Ghilane genießen wir unser schönes Hotel in Douz zwei Tage lang sehr - ehe es per Auto nach Tunis geht, wo tagsdarauf am späten Nachmittag Flieger und Fähre starten.

Die Reise „Tiefer Süden und Verlorener See“ heißt nach dieser Reise jetzt jedenfalls „Dahar-Bergland und Verlorener See“.

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