Selten gab es einen besseren Zeitraum, Internet, Telefonnetz und täglichem Nachrichten-Bombardement den Rücken zu kehren als zum Zeitpunkt dieser Tunesien-Reise.

In der Oase Douz, Start- und Endpunkt unserer Extrem-Enduro-Tour in die Tiefen des südtunesischen Dünen-Ozeans, wird das Thema Corona dann auch erstmal zur Nebensache, in den folgenden 13 Tagen quasi vergessen.

Das liegt auch daran, dass wir wegen der ausgebliebenen herbstlichen Regenfälle Sand unter die Räder bekommen, wie er weicher und tiefer nicht sein kann. Doch Fahrkönnen und Fahrlaune unserer achtköpfigen Endurofahrer-Gruppe lassen sich davon nicht beeindrucken - ebensowenig wie unsere tunesischen Begleiter Feti und Amor, die unsere beiden Begleitautos mit sensationellem Fahrkönnen und stetiger Gelassenheit über unter diesen Bedingungen höchst anspruchsvoll zu fahrende Dünenketten lenken.

Dass uns der ebenfalls mitreisende tunesische "1000-Sterne"-Koch Habib täglich mit traumhaftem Essen verwöhnt, sorgt neben dem immensen Fahrspass und perfekten klimatischen Bedingungen zusätzlich für stets beste Stimmung.

Am „Verlorenen See“ fälle ich deshalb trotz der sandtechnisch harten, besser gesagt weichen, Bedingungen die Entscheidung, das ultimative Reiseziel in Angriff zu nehmen.

Trotz der nicht gerade optimistischen Aussagen unserer Guides starten wir also in Richtung der letztes Jahr erstmals von einer WÜSTENFAHRER-Gruppe erreichten Riesendünen von Sif Essaouane.
Schon nach zwei Kilometern enden die Spuren der französischen 4x4-Gruppe, die wir am See getroffen haben und die es zwei Tage zuvor versucht hatten - bis die Differential-Sperren zweier Autos und die Kupplung eines dritten die Grätsche machten.

Die Prognosen unserer tunesischen Begleiter bewahrheiten sich, allerdings erst auf fast halber Strecke nach „Sif“. Bei einem Motorrad-Hillclimbing-Ausflug vom Lagerplatz können wir die am Horizont aufragenden Riesendünen von Essaouane aber wenigstens sehen.

Auf anderer Strecke fahren wir zum See zurück, erleben in kaum einem Kilometer Entfernung vom Houidhet Riched nochmal, was für eine Barriere eine große Dünenkette darstellen kann, denn wir müssen die steile Lee-Seite bezwingen. Dafür werden wir am See belohnt, haben ihn für uns alleine, denn die Franzosen sind inzwischen zu ihrer Rückfahrt gestartet - drei Autos am Abschleppseil, eine wohl ettliche Tage dauernde und maximal mühsame Aktion.

Die Dünenberge Tinesuan, Tembain, Dekanis Kebir und Gourkleb, die Brunnen von Elmida und Giflboum sind Stationen unserer fünftägigen Rückreise nach Douz.

Am vorletzten Reisetag kommt er dann die ganze Nacht, der für die Vegetation und Fauna der Sahara so unentbehrliche Regen. Er dauert Stunden, macht die Dünenoberfläche so hart, dass sich jeder Reifenstollen darauf abbildet. Anfangs finden wir es ganz spassig fast ohne Gas zu geben, über nun selbst mit einer "Goldwing" fahrbare Dünen zu cruisen. Dann wird es eher langweilig, für unsere Autos wegen der Rutschgefahr an steilen Hängen sogar riskant.

In Douz geht diese fahrtechnisch außergewöhnliche, aber trotzdem problemlose - bis auf einen Benzinpumpen-Defekt an einem Motorrad - und stimmungstechnisch besonders spaßige Enduro-Reise zuende.

Diesmal ohne den dort üblichen "Abschiedsschmerz", denn wir fahren noch mit unseren zwei Autos zurück nach Tunis, verbringen dort einen tollen Tag in Karthago und reisen dann alle -  bis auf den aus beruflichen Gründen heim fliegenden WÜSTENFAHRER-Stammkunden Uwe - per Fährschiff zurück.

News

  • So war unsere Island-Reise 2022

  • Nepal - das Himalaya ist wieder im WÜSTENFAHRER-Programm

    Nepal - das Himalaya ist wieder im WÜSTENFAHRER-Programm

  • SO WAR UNSERE WESTALPEN-TOUR IM JUNI 2022

  • Aktuelles zu den WÜSTENFAHRER-Reisen 2022/2023 (Stand 18. September 2022)

    Aktuelles zu den WÜSTENFAHRER-Reisen 2022/2023 (Stand 18. September 2022)

  • WÜSTENFAHRER-Jubiläums-Reise 2023: Mauretanien, Mali, Senegal, Gambia

  • Der neue WÜSTENFAHRER-Truck - ein ACHLEITNER-CRAFTER

    Der neue WÜSTENFAHRER-Truck - ein ACHLEITNER-CRAFTER

  • So war unsere Reise „Dahar-Bergland und Verlorener See“ im Februar 2022:

  • So war unsere Westalpen-Seealpen-Reise im September 2021

    So war unsere Westalpen-Seealpen-Reise im September 2021

  • So war unsere Island-Reise im August 2021:

  • So war unsere Island-Reise im August 2020:

    So war unsere Island-Reise im August 2020:

  • So war unsere Sandozeankreuzfahrt nach Sif Essaouane im Februar 2020:

  • So war unsere Algerien-Reise im November 2019:

    So war unsere Algerien-Reise im November 2019:

  • Zum letzten Mal im September 2019: Unsere Hard-Enduro-Tour in den West-Alpen

  • So war unsere Reise durch Senegal und Mali im Februar 2019:

    So war unsere Reise durch Senegal und Mali im Februar 2019:

  • So war unsere Island-Reise im August 2018

  • Troßmann-Buch als E-Book: Wüstenfahrer - auf dem Motorrad durchs Land der Tuareg

    Troßmann-Buch als E-Book: Wüstenfahrer - auf dem Motorrad durchs Land der Tuareg

  • Troßmann-Buch als E-Book: Wüstenzeit - Sahara grenzenlos

Wüstenfahrer Reisen