Die 2022er-Ausgabe unserer Enduro-Wanderung „Von den Hochalpen in die Seealpen“ war durch eine Woche traumhaftes Sommerwetter geprägt. An keinem der sechs Fahrtage musste ich beim Frühstück sagen „nehmen wir mal lieber auch Regensachen mit“. Stattdessen packte ich meine Mavic 3 in den Tankrucksack meiner 1290 R und ließ der, schöne Fotos und Videos mitbringenden „Hummel“ (fast) freien Auslauf (sh. auf dieser Homepage das Video unter der Beschreibung der Westalpen-Reise oder - in vollen 4K - auf Youtube unter https://youtu.be/WeQuZUXTaOQ).

Diese Ausgabe der WÜSTENFAHRER-Westalpen-Tour zeigte zudem in besonderem Maße, dass „Dickschiffe“ und Sport-Enduros sehr gut gemeinsam fahren können. Das lag natürlich erstens daran, dass Petra auf Ihrer KTM 790 R, Dieter auf seiner BMW 1250 GS/A und Klaus auf seiner Triumph 900 XC die Sache im Griff hatten. Und zweitens, dass Helmut auf seiner Beta 480 R trotz seiner Begeisterung für die Hardenduro-World-Championchip – was er mit Petra und mir gemeinsam hat – nicht unterwegs ist, als wolle er für den nächsten „Erzberg“ üben. Was bei den meisten seiner Mitstaatsbürger aus Bayerns südlichem Nachbarland der Fall war – zumindest als ich noch die Hardcore-Version der WÜSTENFAHRER-Westalpen-Tour im Programm hatte. Die passt im Alpenraum aber nicht mehr in heutige Umwelt- und Verkehrsbestimmungen – zumindest außerhalb von Erzabbaugebieten.

So genossen wir die rahmenbildenden Routen unserer Tour - Anfang Juni noch kaum befahren: Assietta, Bosco, Jafferau, Sommeiller, Colomion, Nero, Argentera, Maira, Varaita, Gardetta, Tende/LGKS . Natürlich garnierte ich sie mit der "Szene" unbekannten bzw. namenlosen „Schmankerln“ aus meinem - mittlerweile 45 Jahre umfassenden und jährlich mindestens 1x aktualisierten und erweiterten Enduro-„Schatzkästchen“.

Eines davon – am letzten Tour-Tag auf dem Rückweg vom Col du Tende – sorgt für tour-würdige Abschlußspannung: Um nicht die Teerstraßen-Serpentinen hinunterzufahren, biege ich in eine kleine Piste ab, die sich südlich einer Skihütte in einen durch Wald steil und kurvenreich talwärts führenden Pfad verwandelt – ein Mountainbike-Downhill-Trail wie die zahlreichen eingebauten Mini-"Tables" und Steilkurven belegen.

Kurz vor einem möglichen „point-of-no-return“ gehe ich daher erstmal zu Fuss den Pfad hinunter – bis ein italienischer Downhiller angeschossen kommt. Er ist nicht sauer, dass ich ihn aufhalte, beantwortet meine Frage, ob noch „Heftigeres“ käme mit „dove i tuoi amici stanno aspettando, il piu difficile e finito“. Als ich meinen Mitfahrern – nach dem halbstündigen Aufstieg wieder zu Atem gekommen – mitteile, dass das Schwierigste hinter uns liegt, höre ich keine Begeisterungsrufe. Auf der Weiterfahrt dann aber schon – vor Allem von Helmut, der außer mir an der einen oder anderen Stelle Petras 790 R hinunterfahren darf, weil sie gerade zu sehr ihrer daheimgebliebenen Freeride 250 nachtrauert. Helmut findet, dass die 790 R „echt wos ko“. Hätte er als Österreicher eigentlich schon vorher wissen müssen.

Führerscheinneuling Dieter beweist erstens, dass er ein unfassbares Natur-Talent ist, zweitens, dass Alter beim Endurofahren - juhu ich bin mal nicht der Älteste! - nebensächlich ist und drittens, dass auf einer GS gilt „Nichts ist unmöglich“. Routinier Klaus fährt seine „untere Hälfte“ - die Hardcore-Variante der Triumph 900 - sowieso wie immer souverän. Und Petra ist wie meist entspannt und technisch sauber unterwegs - was bei ihrer enormen Erfahrung für mich keine Überraschung ist.

Unten angekommen, plane ich gleich, diese Strecke mit einer ähnlich strukturierten Gruppe das nächste Mal bergauf zu fahren – übrigens völlig legal, weil es an der Abzweigung des Pfades kein Fahrverbotsschild gibt, sondern nur den Namen der Berghütte, wo der Downhill-Trail startet. Mit den fein einstellbaren Traktions-Kontrollen aktueller Hightech-Reise-Enduros, ihren tollen Federungen und niedrigen Schwerpunkten sollte das für  routinierte Enduristen machbar sein, für Sport-Enduro-Fahrer:innen sowieso.

 

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