
News und Ankündigungen
NEU FÜR ADVENTURE-BIKES: Vierwöchige Reise durch Marokko vom 21.3. - 18.4.2027, sechswöchig mit Westsahara und Mauretanien vom 31.10. - 9.12.2026 und vom 21.3. - 29.4.2027
Der Frühling ist ideal für eine Reise durch Marokko, denn die Tage sind schon lang, das Wetter in der Wüste noch nicht zu heiß, im Atlas-Gebirge und am Atlantik ist es nicht zu kühl.
Das hat sich bei unserer ersten Ausgabe der 24 Tage in Marokko bleibenden Reise ebenso herausgestellt wie die Tatsache, dass eine vernünftig bepackte und dank 21-Zoll-Vorderrad und langen Federwegen geländetaugliche Reise-Enduro kein Begleit-Auto braucht.
Man nennt sie inzwischen Adventure-Bikes und es gibt sie mittlerweile von vielen etablierten Herstellern (z.B. BMW, Ducati, Honda, Husqvarna, Kawasaki, KTM, Suzuki, Yamaha), aber auch von relativen Newcomern aus den Reichen der Mitte (z. B. CFMoto, Enfield, Kove, Voge).
Und natürlich sind auch ettliche "Klassiker" für offroad-haltige Adventure-Bike-Reisen geeignet, im Falle der neueren Boxer-BMW GS sogar trotz 19-Zoll-Vorderrad: Der niedrige Schwerpunkt macht es möglich.
Entscheidend für gute Offroad-Fahreigenschaften ist natürlich auch, dass das Bike möglichst leicht beladen ist - mit sinnvollem Gepäck, untergebracht in Softluggage-Bags und Packsäcken.
So ist das nötige Reisegepäck kaum schwerer als die immer noch weit verbreiteten Stahlgepäckträger mit Blechkoffern in leerem Zustand. Letztere sorgen zudem offroad für verstärktes Längsachsenpendeln und erhöhen 'im Falle eines Falles" die Möglichkeit von Fuß- und Beinverletzungen.
Unsere Adventure-Bike-Pilot-Marokko-Reise im März/April 2026bewies, dass das Reisen mit solchen Motorrädern ein Hochgenuss sein kann - auf zahllosen Kilometern rudimentärer Nebenstrassen ebenso wie auf ettlichen hundert in unserer exquisiten Reise-Route enthaltenen Kilometern ganz ohne Asfalt.
Im Gegensatz zu autobegleiteten Reisen waren die 24 Tage in Marokko zudem eingerahmt von geradezu "privilegiert" zügiger Ein- wie Aussschiffung in Genua und Tanger und ebensolcher Grenz-Formalitäten-Abwicklung.
Offroad fuhren wir - abgesehen von spontanen Abstechern auf der jeweiligen Tages-Etappe - nur mit leichtem Tages-Gepäck in einem kleinen Rucksack oder Tankrucksack, denn der Großteil des Gepäcks blieb im Hotel oder wurde - wie auf unserer zweitägigen Königs-Etappe Trans-Erg-Chegaga - von einem Begleit-Pickup transportiert.
Unsere Offroad-Exkursionen:
- die legendäre Atlas-Route Cirque de Jaffar - 90 km.
- ein Dünen-Trainings-Ausflug von Mhamid zum Erg Lihoudi - 40 km.
- eine tralistisch angehauchte Enduro-Wandern in der Region der "blauen Felsen" von Tafraoute - 30 km.
- Am Atlantik eine Exkursion von unserem Basis-Quartier Fort Bou Jerif zum Plage Blanche und nach Foum Assaka - 90 km.
- die zweitägige und fahrerisch zum Teil anspruchsvolle Fahrt von Mhamid über den Erg Chegaga nach Foum Zguig - 170 km.
Für die "Trans-Erg-Chegaga" hatten wir wie erwähnt bei Omar, Chef unseres traumhaften Riads, einen Guide mit 4x4-Pickup engagiert.
Ibrahims Ortskenntnis war auf unserer Reise wichtig, denn eine Woche zuvor gefallener Starkregen hatte nicht nur alle Wadis geflutet - weshalb wir Tage zuvor die Schlucht des Cirque de Jaffar nicht durchfahren konnten, sondern auf einer schlammigen Piste oberhalb und parallel dazu fuhren.
Die tagelangen Wolkenbrüche - zum Glück vor unserer Ankunft in Marokko - hatten auch die 130 Quadratkilometer große Schwemmtonebene Lac Iriki westlich des Erg Chegaga zum echten See gemacht. Innerhalb weniger Tage ist das Wasser wieder versickert und die Wüstensonne hat für eine scheinbar feste Oberfläche über einem bodenlosen Sumpf gesorgt.
Nicht wenige Autos, erzählen uns Omar und Brahim, fuhren sich in der Pampe hoffnungslos fest. Manche wurden sogar von Wasserströmen in Gräben mitgerissen.
Unser Guide Brahim nimmt daher seinen in Omars Campment im Erg Chegaga - wir übernachten in dem komfortablen und traumhaft zwischen hohen Dünen gelegenen "Zelt-Hotel" nach dem ersten Fahrtag - arbeitenden Freund Habib für die Fahrt nach Foum Zguig mit.
Unsere Ankunft im Inneren des Erg Chegaga, hatte bei ihm für Verblüffung gesorgt, denn normalerweise schaffen es nur Leih-Quads und -Sport-Enduros mit "wilden" Spaniern hierher, und nicht eine Frau auf einer KTM 890 R. Im Rallye-Modus und mit ausgeschalteter Traktions-Kontrolle hatte Petra der Ritt über die Dünen richtig Spaß gemacht. Aber sie war ja auch schon zum "Verlorenen See" im Inneren des tunesischen Dünenneeres Grosser Östlicher Erg gefahren - allerdings mit einem nur halb so schweren Motorrad wie in Marokko.
Auf der Fahrt vom Erg Chegaga über den Lac Iriki wären wir ohne den natürlich besonders ortskundigen Habib zumindest einmal in den "Sumpf des Grauens" geraten. Brahim konnte das Lenkrad nach Habibs Warnschrei auf der plötzlich brechenden Schwemmtonkruste gerade noch herumreißen. Wir fuhren mit den Bikes vorsichtshalber ja direkt hinter dem Pickup.
Eine letzte überraschend lange Offroad-Strecke erwartet uns schließlich noch bei der Fahrt über den berühmten Tizi'n-Test-Pass nach Marrakesch. Fast 100 km ging es über die Piste der im Bau befindlichen neuen Trasse.
Bis zu unserer nächsten Fahrt über den Tiz'n-Test - dürften die Zerstörungen durch das Erdbeben von 2023 wohl kaum behoben sein, zumal immer wieder wetterbedingte Stein-Lawinen für neue Schäden sorgen.
Ein Unterschied zu unserer "Großen Marokko-Reise" von 2026 wird im Frühling 2027 sein, dass wir nicht mehr campieren, sondern ausschließlich in schönen Riads und Dars übernachten.
Diese traditionellen Herbergen sind wie Museen, immer recht luxuriös und in fast jeder Stadt des Landes zu finden - ohne Begleitauto auch in den schmalen Gassen im Inneren der Medinas.
In der Königsstadt Fes wären wir mit unseren Bikes allerdings wohl kaum in das mancherorts kaum mehr als lenkerbreite Gassengewinkel gefahren, wenn es die Einheimischen mit ihren Rollern und Mofas nicht vorgemacht hötten. Unser Riad im tiefsten Inneren der Medina war die Belohnung - ein Traum aus Museum und altem Herrschaftshaus! Und die Bikes standen ebenfalls perfekt.
Der Grund, warum wir ab der nächsten Reise nicht mehr zelten, sind solche Unterkünfte, nicht die Qualität marrokanischer Campingplätze. Im Gegenteil, denn Wohnmobil-Reisende - von denen sind in Marokko viele unterwegs - stellen hohe Ansprüche. Aber es ist nunmal so, dass es Motorradreisenden einfach keinen Spaß macht, zwischen rollenden Einfamilienhäusern zu zelten.
"No Camping" hat natürlich den Vorteil, dass schätzungsweise die Hälfte des Gepäcks daheim bleiben kann. Bei unserer Gruppe wäre dann nur ein kleinerer bis mittlerer Packsack oder alternativ zwei Softluggage-Packtaschen übrig geblieben.
Genaue Beschreibung der "Grossen Marokko-Reise" und ihrer XXL-Version "Grosse Marokko-Mauretanien-Reise" unter: https://wuestenfahrer.com/motorradreisen/marokko.html
