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R E I S E B E R I C H T: So war unsere „Adventure-Bikes-only“-Pilot-Tour der „Grossen Marokko-Rundfahrt“ im März/April 2026

Reiseberichte

R E I S E B E R I C H T: So war unsere „Adventure-Bikes-only“-Pilot-Tour der „Grossen Marokko-Rundfahrt“ im März/April 2026

Marokko ist das ideale Land für eine Reise mit einer für Offroad-Strecken geeigneten Reise-Enduro - einem Adventure-Bike.

Eine Pilot-Tour war diese Reise nur insofern, als sie die erste WÜSTENFAHRER-Reise nach Marokko ohne von zuhause mitgenommenes Begleitauto war.
Privat war Thomas Troßmann bereits auf seiner allerersten Afrika-Reise - 1976 auf einer 350er Honda - in diesem Land unterwegs, später dann noch sechs mal als Teilnehmer französischer und marokkanischer Tour- und Rallye-Trainings-Anbieter.
Zum heutigen Stand wuchs Thomas’ Kenntnis des landschaftlich traumhaften, von liebenswürdigen Menschen bewohnten und mit begeisternder kulinarischer und unterkunftstechnischer Kultur gesegneten Landes bei sieben von WÜSTENFAHRER in Marokko durchgeführten Motorradgruppenreisen - und natürlich bei den ungezählten Transit-Fahrten für Reisen durch Mauretanien, Senegal und Mali.

Die von Thomas Troßmann zusammengestellte Reise-Route - 3.700 km, davon rund 800 ungeteert - erwies sich wie geplant als ein „Best-of-all“ - vor allem, weil sie nur die wirklich unverzichtbaren massentouristischen „Must-Sees“ enthielt, zum Grossteil aber über Strecken führte, wo wir den Unmengen von Touristen, die das riesige und sehr komfortable Fährschiff der italienischen Linie Grande Navi Veloce zwischen Genua und Tanger füllten, kaum noch begegneten.

Apropos Schiffsan- und -rückreise:
Eingerahmt war unsere 24-tägige Marokko-Rundfahrt durch eine wahrhaft privilegiert schnelle und einfache Ein- und Ausschiffung in Genua wie in Tanger. Nach kaum einer Stunde standen wir schon mit einem leckeren Getränk an der Reling hinter der "Heck-Bar" und beobachteten wie die endlosen Auto- und Wohnmobil-Schlangen im Schneckentempo in den Schiffsbauch krochen.

Dank des bei Autofahrern zwar nicht beliebtem, Motorradfahrern aber nun mal möglichen "aktiven Anstellens" ging es auch auch bei den Ein und Ausreise-Formalitäten sehr zügig. Die Zöllner-Frage nach "arms, drugs, drones" mit "no" beantwortet, das auf dem Schiff erhaltene "permit de circulation" vorgezeigt - fertig, denn die früher übliche Gepäckdurchsuchung entfällt für Biker - ganz im Gegensatz zu den meisten Autofahrern.

Unser Gepäck hatten wir übrigens in einem kleinen Tankrucksack bzw. Tagesrucksack - auch praktisch, um für die zweieinhalbtägige Schiffsreise das Benötigte mit auf die Kabinen zu nehmen - und zwei mittelgrossen Packtaschen auf dem Soziussitz untergebracht.
Von denen hätte die mit dem Camping-Equipment zuhause bleiben können, da wir die geplanten Übernachtungen auf Campingplätzen durch solche in Riads und Dars ersetzten.

Zwei Gründe gab es dafür:
Erstens sind marokkanische Campingplätze meist fest in der Hand von Wohnmobil-Touristen und das Zelten zwischen diesen ist für Biker, die wie wir das herrliche „wilde“ Wüsten-Camping in der algerischen, mauretanischen und tunesischen Sahara gewohnt sind, nicht besonders angenehm.
Zweitens sind sogenannte Riads und Dars - zu traumhaft schönen Unterkünften umgebaute ehemalige Herrschaftshäuser - eine so schöne und komfortable Übernachtungsmöglichkeit, dass man nicht darauf verzichten sollte.
Sie befinden sich oft im Inneren von Altstädten - auch Medinas genannt - und sind zum Teil nur über enge und verwinkelte Gassen erreichbar - mit Motorrädern kein Problem. Einen guten Parkplatz für unsere Bikes fanden wir bei den 23 für die Reise ausgewählten Riads und Dars immer. Der wohl ungewöhnlichste war in Meknes in der ehemaligen Küche eines der schönsten Riads unserer Reise, dessen herrschaftliche und zugleich museale Einrichtung uns deutlich machte, dass wir in einem ehemaligen Palast wohnten.
In der Königsstadt Fes wären wir mit unseren Motorrädern wohl nicht in die an einigen Stellen kaum mehr als lenkerbreiten Gassen gefahren, wenn es die Einheimischen mit ihren Rollern und Mofas nicht vorgemacht hätten. Unser Riad im tiefsten Inneren der Medina war die Belohnung für diese nicht ganz einfache Fahrerei -  ein Traum aus Museum und altem Herrschaftshaus.

Unsere "Adventure-Bike-Only"-Marokko-Reise im März/April 2026 bewies auch, dass das Reisen mit solchen Motorrädern auch auf enduristischen Sttecken ein Hochgenuss ist - auf zahllosen Kilometern rudimentärer Nebenstrassen ebenso wie auf ettlichen hundert in unserer Reise-Route enthaltenen Kilometern ganz ohne Asfalt.

Richtig offroad fuhren wir - abgesehen von spontanen Abstechern auf der jeweiligen Tages-Etappe - nur mit leichtem Tages-Gepäck in einem kleinen Rucksack oder Tankrucksack, denn der Großteil des Gepäcks blieb in der Unterkunft oder wurde - wie auf unserer zweitägigen Königs-Etappe Trans-Erg-Chegaga - von einem Begleit-Pickup transportiert.

Unsere eintägigen Offroad-Exkursionen:
- die legendäre Atlas-Route Cirque de Jaffar (90 km)
- ein Dünen-Trainings-Ausflug von Mhamid zum Erg Lihoudi (40 km)
- eine tralistisch angehauchte Enduro-Wandern in der Region der "blauen Felsen" von Tafraoute (30 km)
- Am Atlantik eine Exkursion von unserem Basis-Quartier Fort Bou Jerif zum Plage Blanche und nach Foum Assaka (90 km)

Für unsere Offroad-"Königs-Etappe", die zweitägige und fahrerisch zum Teil recht anspruchsvolle Fahrt von Mhamid über den Erg Chegaga nach Foum Zguig (170 km), hatten wir bei Omar, Inhaber unseres Riads im Sahara-Städtchen Mhamid, einen Guide mit 4x4-Pickup engagiert.
Die Ortskenntnis Ibrahims - ein älterer "Saharaoui" - war auf dieser Fahrt wichtig, denn eine Woche zuvor gefallener Starkregen hatte nicht nur alle Wadis zwischen Mhamid und dem Dünen-"Zentral-Massiv" des Erg-Chegaga geflutet, sondern auch die 130 Quadratkilometer große Schwemmtonebene Lac Iriki westlich davon zu einem gewaltigen See gemacht.
Innerhalb weniger Tage war das Wasser wieder versickert und die Wüstensonne hatte für eine feste Oberfläche auf dem Lac Iriki gesorgt - allerdings mit einem bodenlosen Sumpf darunter. Nicht wenige Autos, erzählen uns Ibrahim, fuhren sich im Schlamm fest. Manche wurden sogar von noch fliessenden Wasserströmen in tiefen Gräben mitgerissen.
Unser Guide nimmt in Omars Campment im Erg Chegaga - wir übernachten in dem zwischen hohen Dünen gelegenen "Zelt-Hotel" - trotzdem seinen dort arbeitenden und besonders ortskundigen Freund Habib für die Fahrt über den See und bis zum Ziel mit, der 90 km entfernten Stadt Foum Zguig.
Unsere Ankunft im Erg Chegaga hatte bei Habib übrigens für Verblüffung und Bewunderung gesorgt, denn normalerweise schaffen es nur Leih-Quads und -Sport-Enduros mit "wilden" Spaniern, Franzosen und Italienern hierher, und nicht eine Frau auf einer KTM 890 R.
Im Rallye-Modus und mit ausgeschalteter Traktions-Kontrolle hatte Petra der Ritt über die Dünen richtig Spaß gemacht. Aber sie ist ja auch keine Anfängerin, war schon zweimal an "Verlorenen See" im Inneren des tunesischen Dünenmeeres Grosser Östlicher Erg - allerdings mit einem nur halb so schweren Motorrad wie jetzt in Marokko.
Auf der Fahrt vom Erg Chegaga über den Lac Iriki wären wir ohne den wirklich besonders ortskundigen Habib zumindest einmal in den "Sumpf des Grauens" geraten.
Ibrahim konnte das Lenkrad nach Habibs Warnschrei auf der plötzlich brechenden Schwemmtonkruste gerade noch herumreißen. Wir fuhren mit den Bikes zum Glück hinter dem Pickup. Wären wir vor ihm gefahren, hätte das wohl "schmutzig" geendet.

Eine letzte überraschend lange Offroad-Strecke erwartet uns schließlich noch bei der Fahrt über den berühmten Tizi'n-Test-Pass nach Marrakesch.
Fast 100 km geht es über die Piste der im Bau befindlichen neuen Trasse.
Bis zu unserer nächsten Fahrt über den Tiz'n-Test dürften die Zerstörungen durch das Erdbeben von 2023 wohl kaum behoben sein, zumal immer wieder wetterbedingte Stein-Lawinen für neue Schäden sorgen.

Resumee:
Das Fahren mit unseren schwerpunktgünstig und leicht beladenen Adventure-Bikes machte auf vielen Kilometern rudimentär bis gar nicht asfaltierter Strässchen viel Spass.
Ebenso im Sand der marokkanischen Sahara, wo wir uns darüber einig waren, dass ein gutes Adventure-Bike spurstabiler und damit leichter fährt als eine Sport-Enduro.

Für Sandunerfahrene und/oder überschwere „Reise-Enduro-Schiffe“ ist die Route unserer "Grossen Marokko-Rundfahrt" abschnittweise nicht geeignet.
Die Möglichkeit, statt der 180 km langen "Trans-Erg-Chegaga-Route" auf interessanten Strassen und Strässchen - mithilfe von Thomas Troßmanns dafür vorbereiteten GPS-Tracks - bis zum Riad in Foum Zguig zu fahren, löst diese Problematik.

Die „Adventure-Bikes-Only“-Tour „Große Marokko-Rundfahrt" wird auch 2027 im März/April stattfinden.

Für Alle, die noch mehr, noch länger und noch weiter, einfach etwas wirklich Besonderes wollen - und die den nötigen Urlaub auftreiben oder schon in Rente sind - gibt es im November 2026 und alternativ im Frühjahr 2027 eine XXL-Variante dieser Reise - mit zusätzlichen zwei Reisewochen durch Westsahara und Mauretanien.

Genaue Beschreibung der "Grossen Marokko-Reise" und der "Grossen Marokko-Mauretanien-Reise" unter: https://wuestenfahrer.com/motorradreisen/marokko.html